Auf einen Blick
Typ
Open Source (selbst gehostet)
Kosten CMS
Kostenlos
Hosting ab
ca. 5 €/Monat
Extensions
8.000+
Marktanteil
ca. 2–3 % (2026)
Ideal für
Portale, Communities, KMU
Schwierigkeit
Mittel bis Hoch
DSGVO
Gut (selbst gehostet)

Was ist Joomla?

Joomla ist ein 2005 aus dem Mambo-Projekt entstandenes Open-Source-CMS. Es war lange die Nummer 2 hinter WordPress, wurde aber in den letzten Jahren zunehmend von WordPress verdrängt. Trotzdem hat Joomla eine treue Community und Stärken, die WordPress in bestimmten Bereichen noch immer nicht erreicht.

Joomla wird selbst gehostet, ist kostenlos und bietet über 8.000 Extensions (Plugins, Komponenten, Module). Die Zielgruppe liegt zwischen WordPress (einfacher) und TYPO3 (mächtiger) – was Joomla zu einem System macht, das für einen spezifischen Anwendungsbereich gut passt, aber weniger klares Profil hat als die Alternativen.

Joomlas stärkste Funktionen

  • Benutzer-Management: Joomla hat von Haus aus ein ausgereiftes Rollen- und Rechtesystem – ohne Plugin. Ideal für Community-Websites mit verschiedenen Nutzergruppen.
  • Mehrsprachigkeit: Native Mehrsprachigkeit ohne Plugin – ein klarer Vorteil gegenüber WordPress.
  • Content-Typen: Flexible Inhaltstypen und Kategoriesysteme für komplexe Portale.
  • Community-Extensions: Starke Extensions für Foren (Kunena), soziale Netzwerke (JomSocial) und Mitgliederverwaltung.

Für wen eignet sich Joomla?

  • Community-Websites und Mitgliederportale
  • Websites mit komplexen Benutzerrechten (mehrere Redakteurs-Ebenen)
  • Mehrsprachige Websites ohne Plugin-Overhead
  • Entwickler, die WordPress bereits kennen und mehr Struktur wollen
  • Projekte, die gezielt Joomla-Extensions benötigen

Ehrliche Einschätzung: Für die meisten Projekte, für die Joomla in Frage käme, ist WordPress.org heute die einfachere und besser unterstützte Alternative. Joomla lohnt sich vor allem, wenn spezifische Joomla-Stärken gebraucht werden oder ein bestehendes Joomla-Projekt weitergeführt wird.

Vorteile und Nachteile

Vorteile
  • Kostenlos (Open Source)
  • Starkes natives Benutzer-Management
  • Native Mehrsprachigkeit
  • 8.000+ Extensions verfügbar
  • Flexibles Kategoriesystem
  • DSGVO-konform auf EU-Servern
  • Aktive Community
Nachteile
  • Kleineres Ökosystem als WordPress
  • Weniger Themes und Templates verfügbar
  • Komplexere Backend-Oberfläche
  • Weniger Agentur-Verfügbarkeit als WordPress
  • Schrumpfende Community und Marktanteile
  • Seltener aktiv weiterentwickelt als WordPress

Joomla vs. WordPress: Was ist besser?

Für die meisten Projekte ist WordPress.org heute die bessere Wahl: mehr Plugins, mehr Themes, mehr Agenturen, größere Community, bessere SEO-Tools und schnellerer Einstieg. Joomla ist sinnvoll, wenn du natives Benutzer-Management oder Mehrsprachigkeit ohne Plugin-Overhead brauchst – oder wenn du bereits auf Joomla bist und kein Migrationsprojekt angehen willst.

Ja – Joomla wird aktiv weiterentwickelt. Joomla 5 (2023) und folgende Versionen bringen regelmäßige Updates. Die Community ist kleiner als bei WordPress, aber engagiert. Sorgen um das Projektzukünftige sind berechtigt, aber ein Ende ist nicht absehbar.
Ja, eine Migration ist möglich. Es gibt Tools und Plugins, die Inhalte von Joomla nach WordPress importieren. Design und Funktionen müssen neu aufgebaut werden. Eine Joomla-zu-WordPress-Migration ist ein Projekt, das einige Tage Aufwand bedeutet – bei großen Seiten auch mehr.
Ja, Joomla ist 2026 noch aktiv und relevant – aber mit abnehmender Verbreitung. Joomla 5 (2023) markiert einen modernen Neustart mit PHP 8.x-Unterstützung und verbesserter Performance. Die Community ist kleiner als früher, aber aktiv. Für Neuprojekte empfehle ich in den meisten Fällen WordPress.org, das ein deutlich größeres Ökosystem und mehr verfügbare Entwickler hat. Joomla lohnt sich vor allem noch für bestehende Installationen oder Spezialanforderungen.
Joomla liegt in der Komplexität zwischen WordPress und TYPO3: mächtiger als WordPress in der Benutzerverwaltung und Inhaltsstrukturierung, aber mit steilerer Lernkurve. WordPress hat mit Abstand das größere Plugin-Ökosystem (60.000+ vs. ca. 8.000 Joomla-Extensions) und eine deutlich größere Community. Für die meisten Projekte ist WordPress heute die bessere Wahl – außer du hast spezifische Anforderungen, die Joomla besser erfüllt.
Joomla hat einige echte Stärken: Das eingebaute Benutzermanagement mit feingranularen Zugriffsleveln (ACL) ist mächtiger als WordPress out-of-the-box. Mehrsprachigkeit ist nativ integriert – bei WordPress braucht man dafür Plugins wie WPML. Die Inhaltsstrukturierung mit Kategorien und Sektionen ist flexibler. Für Community-Seiten, Mitgliederportale oder mehrsprachige Projekte war Joomla lange die erste Wahl.
Die Joomla-Community ist deutlich kleiner als die von WordPress, aber gut organisiert. Es gibt offizielle Foren, ein weltweites Netzwerk von JUGs (Joomla User Groups) und regelmäßige JoomlaDays-Events. Auf Stack Overflow und in spezialisierten Foren findest du Hilfe zu den meisten Problemen. Die kleinere Community bedeutet aber auch: Weniger Tutorials auf Deutsch, weniger verfügbare Entwickler, langsamere Extension-Entwicklung.
Joomla hat ein aktives Security Strike Team, das Sicherheitslücken proaktiv identifiziert und patcht. Sicherheitsupdates erscheinen regelmäßig. Da Joomla weniger verbreitet ist als WordPress, ist es ein weniger häufiges Ziel automatisierter Angriffe. Wie bei jedem CMS gilt: Sicherheit erfordert regelmäßige Updates, starke Passwörter, gutes Hosting und Verzicht auf veraltete Extensions.
Das Joomla Extensions Directory (JED) listet mehrere tausend Extensions in Kategorien wie E-Commerce, SEO, Formulare, Galerie, Social Media und mehr. Die Auswahl ist deutlich kleiner als das WordPress-Plugin-Verzeichnis, deckt aber die gängigen Anforderungen ab. Qualität und Pflege der Extensions schwanken – wähle Extensions mit aktiver Entwicklung und guten Bewertungen. Bekannte Anbieter wie Akeeba (Backup) oder JoomShoppingare etabliert und zuverlässig.
Joomla eignet sich besonders für: Mitglieder- und Community-Websites mit komplexen Zugriffsrechten, mehrsprachige Portale ohne Plugin-Overhead, mittelgroße Unternehmenswebsites mit strukturierten Inhalten und Projekte, bei denen bereits Joomla-Expertise vorhanden ist. Weniger geeignet ist Joomla für: Einsteiger ohne technische Kenntnisse, einfache Blogs oder kleine Business-Seiten sowie Projekte, bei denen ein großes Plugin-Ökosystem benötigt wird.
Ja, es gibt mehrere DSGVO-Extensions für Joomla, darunter Cookie-Consent-Tools, Datenschutz-Verwaltung und Tools zum Umgang mit Nutzeranfragen. Joomla selbst hat ab Version 3.9 datenschutzrelevante Funktionen integriert (Privacy Suite), die Nutzeranfragen und Datenlöschung erleichtern. Wie bei jedem CMS gilt: DSGVO-Konformität hängt nicht nur vom CMS ab, sondern von der gesamten Konfiguration – Hosting, eingebundene Dienste und Datenschutzerklärung eingeschlossen.